
Das Schaffen einer ausgewogenen Work-Life-Balance, das Erkennen und Minimieren von Stressfaktoren sind wichtige Prophylaxe-maßnahmen.
Hat der Stress schon seine Spuren hinter-lassen, ist es wichtig den meist multi-kausalen Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen. Sonst wird nur das Symptom behandelt, die Quellen der Schmerzen, Beschwerden und Erkrankungen aber bleiben und wirken fort.
Der Einbezug von Maßnahmen in Prophylaxe, Diagnosestellung und Behandlung, die den ganzen Menschen betrachten, also auch den psychischen und emotionalen Druck als „Krankheits-erreger“ behandeln, ist die effektivste und nachhaltigste Methode, diesem Trend erfolgreich entgegenzuwirken.
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Die TK stellt fest, dass der Anstieg der psychischen/ psychosomatischen Störungen von 2006 bis 2010 bei 53% liegt.
Ein Grund ist sicherlich darin zu suchen, dass der Körper allgemein immer noch als zweckdienliche Einheit betrachtet wird, die bei guter Versorgung und Wartung dann auch gefälligst entsprechend zu funktionieren hat. Das Bild des Organismus als reine Biomaschine hält sich wider besseres Wissen sehr hartnäckig. Treten dennoch Beschwerden auf, ist der Arzt als „Mechaniker gefragt, um die Ursache des Übels abzustellen. Dieser monokausale Grundgedanke ist immer noch ein schweres Erbe der naturwissenschaftlichen Medizin, obwohl die Forschung das mittlerweile längstens mehrfach widerlegt hat.
Prof. Dr. med. Thomas Loew, Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin am Klinikum der Universität Regensburg formuliert es eindeutig:
„Der Weg von der psychischen Empfindung zur körperlichen Krankheit ist gekennzeichnet durch das Zusammenspiel von Körper, Psyche und sozialem Umfeld. Psychische Empfindungen haben ihre deutliche körperliche Entsprechung.“
Wir alle sind in ein verzweigtes Netzwerk aus familiären, beruflichen und anderen sozialen Verbindungen eingebunden. Aus diesem Netzwerk heraus werden tagtäglich viele Anforderungen an uns herangetragen. Meist sind wir bestrebt, diese Forderungen auch bestmöglich zu erfüllen. Oft gelingt uns das ganz gut, doch diese vielfältigen Herausforderungen können auch zu einer Überbelastung von Körper und Psyche führen.
Besonders dann, wenn die Lage hoffnungslos erscheint, man nicht mehr weiß wie das alles zu schaffen sein soll oder vor besonderen familiären oder beruflichen Herausforderungen steht.
Ist in solchen Situationen keine Lösungsmöglichkeit erkennbar, laufen alle inneren Systeme stetig im Notfallmodus auf Hochtouren. Dieser anhaltende Stress macht auf Dauer den gesamten Menschen krank, doch daran wird bei dann auftretenden körperlichen Beschwerden oft nicht gedacht und es erfolgt leider meist eine reine Syptombehandlung.
Und das, obwohl nicht nur die Forschung, sondern auch der Volksmund dieser Zusammenhang schon lange kennt:
"Das schlägt mir auf den Magen", "ich mache mir Kopfzerbrechen", "das geht mir sehr zu Herzen",
um nur einige dieser Sprichwörter zu nennen, bringen es auf den Punkt. Solange ein Mensch sich "den Kopf über etwas zerbricht" werden auch keine Kopfschmerztabletten oder andere rein körperlich orientierte Maßnahmen langfristig und nachhaltig Abhilfe von den Kopfschmerzen schaffen.
Obwohl diese Patienten oft einen langen Leidensweg hinter sich haben, werden sie sowohl von der Gesellschaft, als auch von manchen Ärzten nicht ernst genommen. Viele dieser Erkrankungen häufig viel zu spät erkannt. Sowohl DAK Studien, wie auch des Universitätsklinikums Mainz ergaben, dass z. B. bei psychosomatischen Schmerzpatienten bis zu acht Jahre vergehen können, bis die richtigen Ursachen diagnostiziert werden. In diesem Zeitraum durchgeführte, meist rein auf die Körperebene gerichtete Therapien nützen wenig. Dieses immer noch angewandte Vorgehen vieler Ärzte, bedeutet Leiden für die Betroffenen, enorme Kosten für das Gesundheitssystem und darüber hinaus droht für den Patienten der Verlust des Arbeitsplatzes und der sozialen Bindungen.
Um diesen diversen Studien nun nicht weiter Vorschub zu leisten, sollte sich der allgemeine Blickwinkel, sowohl von Ärzten, als auch von jedem Einzelnen selbst, endlich verschieben. Weg von der reinen Biomaschine, hin zum Menschen als Einheit von Körper, Psyche und dem sozialen und beruflichen Umfeld.
Es wird Zeit, dass die Signalwirkung der körperlichen Beschwerden und Erkrankungen, deren Ursprung und Quelle oft in den vielfältigen Herausforderungen unseres Alltags und den Anforderungen aus unserem Netzwerk liegen, mehr in das Licht der Öffentlichkeit gerückt wird. Wir arbeiten schon immer ganzheitlich - systemisch und sind froh, dass nun auch offizielle Studien und Forschungsergebnisse unsere Thesen stützen. Wir wollen dazu beitragen, dieses Thema weiter publik zu machen. Wir sind dabei, entsprechende Presseartikel zum Thema zu veröffentlichen und werden im Social Media zum Thema aktiv.
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